Presse 1992  

        

 

 

 

 

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Presse 1992


....der Künstler lässt seine Kreativität sprühen

                                                                                                                   Von Ulrich Lieber



Bilder in allen Variationen zieren die Wände. In der Ecke steht eine Skulptur aus Eisen. Der Weg in den Keller wird von Kunstwerken begleitet. Dem Auge des Betrachters bleibt kaum Zeit, die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Schon geht die Kunstreise weiter. Ungerahmt und gestapelt stehen die verschiedensten Bilder an den Wänden. Begonnene Werke im Atelier, in den Schränken fein säuberlich archivierte Zeichnungen, Aquarelle und Fotografien.

Keine Frage, die Kunst ist hier zu Hause. Doch handelt es sich nicht um eine Galerie, sondern um das Privathaus des Havixbeckers Willem von Gennerich. Der Künstler lässt seiner Kreativität seit fast 30 Jahren freien Lauf. Begonnen hat er im Jahre 1964, doch eigentlich war das Malen schon immer seine "Berufung". "In der Schule hängte unser Lehrer einige von mir gemalte Bilder in einen Schaukasten", erinnert sich der Havixbecker. Sein Vater erkannte die Begabung, empfahl ihm eine Malerlehre, die Willem von Gennerich erfolgreich absolvierte.

Bedingt durch seine berufliche Tätigkeit unternahm er seine ersten künstlerischen Ausflüge natürlich mit Ölfarben. "Ich habe Reste verwertet und Künstlerkarten abgemalt", blickt der 52 jährige zurück. Anfang der 70er Jahre setzte Willem von Gennerich erstmals eigene Ideen künstlerisch um. Seine Motive waren Landschaften und politische Köpfe, er bevorzugte die realen Darstellungen. Neben seinen Ölgemälden stellte er nun auch Bleistiftzeichnungen und Aquarelle her. So wurde auch das Fernsehen auf ihn aufmerksam und berichtete 1987 über ihn.

Der Autodidakt in Sachen Kunst, war zu dieser Zeit auch politisch sehr aktiv, gehörte seit 1969 dem Gemeinderat und seit 1975 dem Kreistag an. 1979 schied er jedoch aus beiden Gremien aus und hatte plötzlich mehr Zeit zur Verfügung, die er natürlich in seine Passion investierte. Er besuchte Zeichen - und Grafik-Kurse, (sein besonderer Dank gilt hier Wilhelm van Brauck) er hatte das Gefühl mehr lernen zu müssen. Ein weiterer entscheidender Zeitpunkt war das Jahr 1981: Willem von Gennerich musste verletzt seine Sportschuhe an den Nagel hängen und widmete sich fortan noch intensiver seiner künstlerischen Weiterentwicklung.

Das Mehr an Zeit bewirkte auch die Beschäftigung mit neuen Techniken und Materialien. "Es gibt mittlerweile - bessere Farben mit noch besseren Eigenschaften", zeigt sich Willem von Gennerich den Innovationen durchaus aufgeschlossen. 1980 beteiligte er sich erstmals an einer Ausstellung in der West-LB. "Ich arbeitete dort und wurde von Kollegen angesprochen, die einige meiner Bilder in meinem Büro gesehen hatten." Nun ging es "Schlag auf Schlag". Im selben Jahr nahm er am Malfestival teil, das von der LBS und den Westfälischen Nachrichten ausgerichtet wurde und bei dem er mittlerweile schon zehn Mal in Folge vertreten war. 1981 folgte eine Ausstellung mit zwei Havixbeckern in der französischen Partnerstadt Bellegarde, die ihn auch zu manchem Bild inspirierte. Anfang der 80er Jahre begann Willem von Gennerich, auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen, Skulpturen aus Holz herzustellen. Seit fünf Jahren verarbeitet er auch Metall, schaffte sich dazu ein eigenes Schweißgerät an. "Wenn ich irgendwo draußen Eisen, Metalle oder Holz sehe, das zu gebrauchen ist, ich nehme alles mit das andere Menschen los werden wollen", verrät Gennerich mit einem Augenzwinkern. Und gebrauchen kann er eigentlich alles.

Im Rathaus von Havixbeck hatte er 1987 schließlich seine erste eigene Ausstellung, bei der er rund 100 Werke der Öffentlichkeit präsentierte. Hier erntete er mit seinen Umsetzungen aktueller Themen großen Zuspruch. Seine Bilder und Skulpturen haben Aussagekraft, vermitteln einen Inhalt, der verstanden wird. Momentan versucht der Künstler, dessen großes Vorbild Vincent van Gogh ist, die Beziehungen Ost-West zu verarbeiten. Zudem startet er erste Versuche, um aus Lehm etwas herzustellen. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, seine Werke zu erwerben, denn so Gennerich, "der Verkauf deckt nicht die Kosten".

 


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Stand: 22. Juni 2007